Die Tasse, der Flurfunk und die 100. Liste
Eine schmutzige Tasse wirkt nicht wie ein Führungsthema. Sie steht in der Teeküche. Vielleicht neben einem Teller, einem Löffel, einer halb ausgespülten Kaffeetasse. Nichts Großes. Nichts Strategisches. Nichts, womit sich Führung ernsthaft beschäftigen möchte. Und trotzdem kann genau dort ein Führungsthema entstehen. Nicht wegen der einen Tasse. Sondern wegen des Musters. Wenn immer dieselben Menschen abstellen und immer dieselben Menschen wegräumen, entsteht mehr als Unordnung. Dann...
Freundlich formuliert ist nicht automatisch fair
Wertschätzung braucht Klarheit Ein gutes Arbeitsklima und ein wertschätzender Umgang sind wichtig. Das ist unbestritten. Niemand braucht unnötige Härte, respektlose Kommunikation oder Entscheidungen, die kalt von oben herab verkündet werden. Freundliche, sorgfältige Sprache kann gerade bei schwierigen Themen wichtig sein. Sie kann deeskalieren, Haltung zeigen und verhindern, dass Menschen zusätzlich verletzt werden. Problematisch wird sie erst dann, wenn sie Klarheit ersetzt. Denn...

Wenn Urlaub liegen bleibt, liegt selten nur Urlaub herum
Urlaubsabbau klingt auf den ersten Blick nach einer überschaubaren Verwaltungsaufgabe: offene Urlaubstage feststellen, auf drohende Verjährung hinweisen, Termine vereinbaren und Salden reduzieren. In der Praxis ist es selten so einfach. Urlaub ist ein arbeitsrechtlicher Anspruch, aber sein Verbrauch braucht Abstimmung. Arbeitgeber können Urlaub nicht beliebig einseitig anordnen. Arbeitnehmer können ihn aber auch nicht völlig losgelöst von betrieblichen Erfordernissen konsumieren. Der...
Kreta 2026 – eine Woche Meer, Geschichte und ein paar sehr gute Kalamari
3 Privates · 07. Juni 2026
Samstag, 30. Mai 2026 – Von Wien nach Kreta Der Abflug war am Samstag, dem 30. Mai 2026, gegen Mittag. Klingt entspannt. Ist es aber nur auf dem Papier. Denn auch wenn man in Wien wohnt, heißt „Abflug gegen Mittag“ nicht: gemütlich frühstücken und irgendwann los. Es hieß: vor 9 Uhr daheim weg, zuerst mit der Schnellbahn, dann am Hauptbahnhof umsteigen Richtung Flughafen. Also Urlaub ja – aber vorher noch einmal das kleine Wiener Öffi-Trainingsprogramm. Auf Kreta kamen wir gegen 18...

Nicht jede Lücke gehört der Person, die sie zuerst sieht
Manchmal braucht es nicht nur Urlaub, sondern echten Abstand. Ich habe öfter Urlaub. Freie Tage. Zeiten ohne Büro. Zeiten, in denen ich formal nicht arbeite. Aber dieser Urlaub war anders. Nicht daheim. Nicht zwischen Wohnung, Einkauf, Waschmaschine, vertrauten Wegen und den üblichen kleinen Alltagsaufgaben. Sondern wirklich weg. Andere Umgebung. Andere Geräusche. Anderes Licht. Ein anderer Tagesrhythmus. Und genau dieser Abstand hat etwas verändert. Zu Hause bleibt der Alltag oft in...
Priorisierung ist keine To-do-Liste
Warum Methoden beim Sortieren helfen – aber Entscheidungen nicht ersetzen Viele Organisationen haben Listen. Aufgabenlisten, Projektlisten, Fristenlisten, offene-Punkte-Listen, Protokolle, Tabellen und Statusübersichten. Oft sind diese Listen lang. Manchmal sehr lang. Dadurch entsteht schnell der Eindruck, dass bereits priorisiert wurde. Weil alles erfasst ist. Weil alles irgendwo steht. Weil sichtbar ist, was offen ist. Aber eine Liste ist noch keine Priorisierung. Eine Liste zeigt...

Wenn das selbstverständliche Gegenüber fehlt
3 Privates · 25. Mai 2026
Es gibt Verluste, die sieht man einem Menschen irgendwann nicht mehr an. Am Anfang fragen noch viele nach. Wie geht es dir? Kommst du zurecht? Brauchst du etwas? Manche Fragen sind ehrlich gemeint, manche unbeholfen, manche entstehen vielleicht auch aus Hilflosigkeit. Aber sie sind da. Und irgendwann werden sie weniger. Nicht unbedingt aus böser Absicht. Das Leben der anderen geht weiter. Termine, Arbeit, Familien, Urlaube, eigene Sorgen. Auch das eigene Leben geht weiter. Nur eben anders. Was...
Resilienz heißt nicht: Druck weiterreichen und durchhalten
Was Krankenstände über den Umgang mit Belastung in Organisationen sichtbar machen können Krankenstände gehören zum Arbeitsleben. Menschen werden krank. Das ist kein Fehlverhalten, kein Organisationsversagen und auch kein persönlicher Makel. Interessant wird es dort, wo Organisationen aus Krankenständen nur ein individuelles Problem machen – und dabei übersehen, was Ausfälle über ihre eigene Belastbarkeit zeigen. Wenn jemand länger ausfällt. Wenn jemand wiederholt krank ist. Wenn...

Telearbeit ist kein Kuschelthema
Der Laptop darf wandern. Die Verantwortung nicht. Telearbeit klingt auf den ersten Blick sehr gemütlich. Laptop aufklappen, Kaffee daneben, keine Anfahrt, weniger Bürogeräusche und vielleicht eine Katze, die gelegentlich durchs Bild läuft. Das kann angenehm sein. Keine Frage. Aber Telearbeit ist kein Kuschelthema. Sobald Arbeit regelmäßig außerhalb des Unternehmens erbracht wird, geht es nicht mehr nur um Vertrauen, Flexibilität und technische Ausstattung. Dann geht es um...
Arbeitszeitaufzeichnung ist kein Formular, sondern ein Organisationsprozess
Arbeitszeitaufzeichnung klingt zunächst nach Verwaltung. Nach einem System. Nach einem Formular. Nach Beginn, Ende, Pause, Zeitkonto und Monatsabschluss. In vielen Organisationen wirkt der Ablauf auf den ersten Blick überschaubar: Arbeitnehmer:innen tragen ihre Zeiten ein. Die Personalabteilung prüft. Die Führungskraft unterschreibt. Danach wird abgerechnet, archiviert oder das Zeitkonto weitergeführt. Klingt einfach. In der Praxis zeigt sich aber gerade an solchen scheinbar einfachen...

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